FAQ – Frequently Asked Questions

Sind sämtliche Bauvorhaben bewilligungspflichtig?

Die Erstellung, Änderung und Beseitigung sämtlicher Bauten und Anlagen bedarf grundsätzlich einer Baubewilligung (Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung, RPG). Das Bundesgericht konkretisierte den Begriff der «Bauten und Anlagen» in seiner Rechtsprechung insofern, dass es sich dabei um künstlich geschaffene und auf Dauer angelegte Einrichtungen, die in fester Beziehung zum Erdboden stehen (d.h. nicht feste Verankerung; auch leicht demontierbare Einrichtungen können der Bewilligungspflicht unterliegen) und geeignet sind die Nutzungsordnung zu beeinflussen (z.B. erhebliche äusserliche Veränderung des Raums, Beeinträchtigung Umwelt etc.). Folglich ist auch die Erstellung eines Gartenhäuschens oder eines Wintergartens der Bewilligungspflicht unterstellt.

Jedoch sind nicht sämtliche Bauvorhaben bewilligungspflichtig. Die Ausnahmen von der gesetzlichen Baubewilligungspflicht sind in den jeweiligen Planungs- und Baugesetzen der Kantone klar festgelegt. So listet z.B. das Planungs- und Baugesetz des Kantons St.Gallen (PBG SG) in Art. 136 PBG SG eine abschliessende Reihe von Bauten und Anlagen auf, die in Bauzonen ohne Bewilligung erstellt werden dürfen (vgl. für den Kanton Thurgau z.B. § 99 des Planungs- und Baugesetzes).

Die baubewilligungsfreien Bauten und Anlagen sind von den übrig geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften (z.B. Abstandsregelungen) allerdings nicht ausgenommen und müssen diese auch einhalten. Gemäss Art. 136 PBG SG bedürfen u.a. folgende Bauvorhaben keiner Baubewilligung:

• Unbeheizte Kleinbauten mit einer Grundfläche von höchstens 10 m2 und einer Gesamthöhe von höchstens 2,50 Meter;
• Kleine Anlagen der Garten- und Aussenraumgestaltung, wie Brunnen, Teiche, fest installierte Kinderspielgeräte, Gartencheminées sowie auf wenigstens zwei Seiten offene und ungedeckte Gartensitzplätze;
• Mobile Bauten und Anlagen wie Festhütten, Zelte, Verpflegungs- und Verkaufsstätten, Tribünen und dergleichen während höchstens drei Monaten je Kalenderjahr;
• Anlagen zur Gewinnung von Solarenergie nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG).

Insbesondere für Kleinstbauvorhaben bestehen in Bezug auf deren Errichtung kantonale Unterschiede. Während z.B. im Kanton St.Gallen unbeheizte Kleinbauten mit einer Grundfläche von höchstens 10 m2 und einer Maximalhöhe von 2,50 Meter bewilligungsfrei erstellt werden dürfen, lässt der Kanton Zürich diese hingegen nur bei einer Gesamtfläche von höchstens
6 m2 bei einer maximalen Höhe von ebenfalls 2,50 Metern zu.

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